Beitrag vom: 30. November 2019

Streaming-Dienste: sind Selektivseher noch zu erreichen?

In der aktuellen Ausgabe des Internet World Business vom 30.11.2019 wird das Thema Streaming-Dienste und Werbefreiheit, sowie das damit verbundene Problem der Erreichung von
Selektivsehern näher betrachtet.

 

 

Mittlerweile hat sich ein riesiges Bewegtbild-Imperium aufgebaut. Neben Netflix und Amazon bringen nun auch Apple und Disney eigene Streaming-Plattformen auf den Markt. Gerade die jüngere Zielgruppe geht damit dem linearen TV immer mehr verloren. Für Werbetreibende ergibt sich hieraus eine schwierige Aufgabe.

Egal ob Netflix, Amazon, Magenta TV, Apple oder Disney, all diese Dienste sind werbefrei und damit wird es schwerer die wertvolle Zielgruppe zu erreichen. Immer weniger junge Leute setzten sich heutzutage vor den Fernseher und warten was der Sender ihnen heute präsentiert. Vielmehr werden sie zu Selektivsehern.

“Es findet eine Verlagerung statt“, sagt ­Katharina Wildau, JOM Team Lead Digital Consulting. “Wenn ich vor fünf oder zehn Jahren eine bestimmte Reichweite haben wollte, dann ging das über das klassische TV only. Heute brauche ich bei bestimmten Zielgruppen einen Streaming-Anteil von 30 bis 40 Prozent.”

Dieses Problem könnte über Werbung auf den Streaming-Plattformen umgangen werden. Jedoch sind hier die Möglichkeiten sehr begrenzt. Zahlende Abonnenten legen wert auf die werbefreie Nutzung und Werbeeinspieler könnten zu Verärgerung führen.

Doch private Sendergruppen, wie Pro Sieben Sat. 1, bieten mit kostenlosen Plattformen, wie zum Beispiel Joyn, ein breites Portfolio an Werbemöglichkeiten. “Die klassischen Sender sind gerade dabei, ihre Modelle neu auszurichten”, kommentiert JOM-Geschäftsführer Roland Köster, diese Entwicklung. “Die Modelle, die sie vorher hatten, dümpelten ein wenig herum und lagen bei der Nutzung deutlich hinter Netflix, Amazon und Sky. Da gehen sie jetzt dagegen an.”

Einige wenige Möglichkeiten bieten Netflix und Amazon, wie zum Beispiel Produktplatzierungen in den Serien. Viel ist dies allerdings nicht. “Es kämpfen alle um die guten Flächen”, sagt Roland Köster. “Zu wünschen wäre deshalb schon, dass man sich bei Netflix ­irgendeine Idee oder Lösung einfallen lässt, wie man Werbung integrieren ­könnte. Irgendwann werden sich die Streaming-Dienste annähern. Sie wissen ja auch, was da für Werbegelder schlummern.”

Den Artikel des Internet World Business lesen Sie hier: https://www.internetworld.de/online-marketing/streaming/streaming-dienste-werbefrei-2347326.html?ganzseitig=1