Beitrag vom: 16. März 2022

Kinomarkt-Einschätzung: Das Kinojahr 2022 kann kommen

Autor: Markus Weber, Director Media Consulting JOM Group

 

Rückblick Kinojahr 2021

Nach meiner Einschätzung war 2021 ein ‚unter den Umständen‘ gutes Jahr für Kino. Obwohl die Kinos eigentlich erst ab dem zweiten Halbjahr öffnen konnten, sind die Besucherzahlen vs. 2020 um ca. 10 Prozent gestiegen. Filme wie James Bond oder die Marvel-Reihe haben dazu beigetragen, dass die Menschen trotz aller Corona-Maßnahmen in die Kinos strömten und eine gewisse kulturelle Normalität wiedergewinnen wollten. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 lässt sich allerdings immer noch ein dramatischer Rückgang von ca. 65 Prozent (Quelle FFA) erkennen.

Allerdings hat der Startaufschub der Kinofilme aus 2020 und Anfang 2021 dazu geführt, dass die Mega-Blockbuster regelrecht ausgeschlachtet wurden und andere Filme, die normalerweise gut Zuspruch bekommen hätten, dadurch in den Hintergrund gerieten, weil diese zur gleichen Zeit in den Kinos anliefen. Aufgrund dessen waren diese Filme weniger erfolgreich als sie unter normalen Umständen gewesen wären.

Werfen wir dann aber einen Blick auf die monatlichen Besucherzahlen, zeigt sich dennoch ein positiveres Bild als gedacht. Für den Zeitraum Juli bis Dezember 2021 ergibt sich im Vergleich zu 2019 ein Verlust von ca. 36 Prozent. Dieser Verlust lässt sich zum Großteil auf die Kapazitätsbegrenzungen in den Kinos zurückführen.

Ausblick Kinojahr 2022

Besonders schön ist, dass es im zweiten Corona-Jahr 2021 kein wirkliches Kinosterben gab, so dass die Kinobesucher:innen 2022 auf ein breites Kinoangebot zurückgreifen können.

2022 wird vermutlich ein Jahr werden, in dem alle Zahlen im Vergleich zum vorausgegangen Jahr positive Entwicklungen aufzeigen werden. Dies betrifft sowohl die Kino-Besucher:innen, den -Umsatz als auch die -Werbeausgaben. Und auch wenn weiterhin gewisse Corona-Unsicherheiten vorherrschen, stimmen die aktuellen Rahmenbedingungen die Menschen zuversichtlich. Wir werden vermutlich auch in diesem Jahr noch nicht wieder das Niveau von 2019 erreichen und die Zuschauer:innen sind auch weiterhin noch zurückhaltender, doch das Kinojahr wartet mit Blockbustern auf, die sich nicht mehr ganz so stark überschneiden. Während über das ganze Jahr Marvel-Filme verstreut sind, lassen sich in den Zwischenräumen Zuschauermagnete wie „Fantastische Tierwesen 3“, „Top Gun 2“, „Mission Impossible 7“ und zum Jahresende „Avatar 2“ finden. Für die Werbekunden bedeutet das eine gewisse Planbarkeit, mögliche Kontinuität und bessere Reichweiten als noch im Vorjahr.

Der Anteil am Werbekuchen für Kino wird 2022 nach meiner Einschätzung wieder größer werden (vs. 2021) – zwar noch nicht wieder auf dem Level von 2019, aber doch wieder zumindest in die richtige Richtung.

Die Gründe dafür liegen neben den genannten positiven Faktoren (Planbarkeit, Kontinuität etc.) auch darin, dass quasi die gesamte Jahresplanung auf halbwegs sicheren Füßen steht und somit Kino integriert werden kann. Die transparente Abrechnung der tatsächlichen Besucher:innen trägt dazu bei, dass bei steigenden Zuschauer:innen auch die Werbeeinnahmen in die Höhe gehen. Sollte es allerdings doch wieder zu Einschränkungen oder Reglementierungen kommen, führt diese Transparenz zu deutlichen Rückgängen der Werbeeinnahmen.