Zum Hauptinhalt springen

DMEXCO 2026: Unsere wichtigsten Erkenntnisse

Zum zweiten Mal in fast 30 Jahren JOM waren wir mit einem eigenen Stand auf der DMEXCO 2026 in Köln vertreten. Das sind unsere wichtigsten Erkenntnisse.

Sichtbarkeit, Austausch und die neue Rolle der Mediaagentur


Sichtbarkeit: Warum Präsenz im Markt entscheidend bleibt

Fast 30 Jahre gibt es JOM mittlerweile. Trotzdem war die DMEXCO 2026 erst unsere zweite Ausgabe mit eigenem Stand. Für uns als unabhängige Mediaagentur ist Sichtbarkeit jedoch keine Nebensache.

Dabei geht es nicht ausschließlich um potenzielle Neukund:innen. Eine Agenturmarke muss im gesamten Markt präsent sein – bei Werbetreibenden ebenso wie bei Medien, Vermarkter:innen, Technologieanbieter:innen, Dienstleister:innen und Partner:innen.

Genau dafür bietet die DMEXCO einen relevanten Rahmen. Die Dichte an relevanten Gesprächspartner:innen ist hoch und gleichzeitig zeigt sich: Die Qualität des Austauschs hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt.

Für uns steht deshalb fest: Wenn der Markt zusammenkommt, wollen auch wir als JOM sichtbar und ansprechbar sein.

Zwischen AI-Hype und operativer Marketingrealität

AI ist ein wichtiges Thema, aber nicht das einzige. AI war auf der DMEXCO allgegenwärtig. Gleichzeitig darf darüber nicht aus dem Blick geraten, dass die Realität von Marketingverantwortlichen deutlich breiter ist.

Crossmediale Reichweitenmessung, Fragmentierung, steigende Kosten, Markenaufbau, Effizienz, Retail Media, Bewegtbild, Datenqualität und die Frage nach einer sinnvollen Budgetverteilung sind durch AI schließlich nicht verschwunden.

Kundenbindung: Der Stand als Treffpunkt

Ein Aspekt, der bei der Bewertung von Messen schnell in den Hintergrund rückt, ist die persönliche Kund:innenbindung. Dabei gibt es kaum eine andere Gelegenheit im Jahr, bei der wir innerhalb so kurzer Zeit so viele unserer Kund:innen persönlich treffen.

Fast alle unsere Kund:innen waren mit mindestens einer Ansprechperson auf der DMEXCO vertreten. Unser Stand war deshalb weit mehr als eine Vertriebsfläche: Er wurde zum Treffpunkt.

Kurz vorbeikommen, einen Kaffee trinken, zehn Minuten miteinander sprechen – vermeintlich kleine Begegnungen, die für eine gute Zusammenarbeit eine wichtige Rolle spielen.

Denn gerade in einem Geschäft, das immer digitaler, schneller und komplexer wird, bleibt die persönliche Beziehung ein zentraler Bestandteil erfolgreicher Zusammenarbeit.

Neugeschäft: Was Unternehmen aktuell wirklich beschäftigt

Natürlich ging es auf der DMEXCO auch um neue Kontakte. An beiden Tagen führten wir zahlreiche Gespräche mit Unternehmen, mit denen wir bislang nicht zusammenarbeiten – einige davon bereits sehr konkret. Gerade im Austausch mit mittelständischen Unternehmen wurde deutlich, wie herausfordernd die zunehmende Komplexität des Werbemarktes ist: Die Zahl der Kanäle, Datenquellen und Messmethoden wächst, das verfügbare Budget jedoch nicht. Damit wird die Frage schwieriger, wo der nächste Werbe-Euro am besten investiert ist.

Die Herausforderung liegt dabei nicht in fehlender Kompetenz auf Unternehmensseite. Vielmehr hat der Markt mittlerweile eine Geschwindigkeit und Komplexität erreicht, die selbst für Menschen, die sich täglich damit beschäftigen, kaum noch vollständig zu überblicken ist.

Mediaagenturen müssen wieder stärker Navigator sein

Aus dieser Herausforderung ergibt sich für uns ein klarer Auftrag: Mediaagenturen müssen helfen, diese Komplexität zu reduzieren und Entscheidungen zu erleichtern. Welche Investition bringt eine Marke weiter? Was braucht es wirklich – und worauf kann verzichtet werden?

Genau bei diesen Entscheidungen müssen Mediaagenturen unterstützen. Unsere Aufgabe sollte nicht darin bestehen, zusätzliche Komplexität zu produzieren, sondern bestehende Komplexität zu reduzieren.

Das mag zunächst wie eine selbstverständliche Aufgabe einer Mediaagentur klingen. Nach zwei intensiven Tagen auf der DMEXCO zeigt sich für uns jedoch umso deutlicher: Genau darin wird ein wesentlicher Teil der zukünftigen Relevanz von Agenturen liegen.

Autor: Torsten Hunsicker, Managing Director, JOM Group