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Level Up Your Brand: Wie mit Game-Ads aus Werbung, echte Erlebnisse werden

Marken müssen heute mehr leisten als reine Sichtbarkeit: Es gilt, Menschen aktiv einzubinden und langfristig zu begeistern. Immersive Technologien und Gamification-Ansätze bieten dafür neue Möglichkeiten, indem sie Aufmerksamkeit schaffen, Interaktion fördern und Marken emotional erlebbar machen.

JOM Impulse in a nutshell

Im Rahmen der JOM Impulse am 8. April 2026 zeigte Elena Tubbesing, Senior Art Director bei der JOM Group, wie sich digitale Werbung weiterentwickeln muss, um in einer überladenen Medienwelt noch Aufmerksamkeit zu erzeugen. Im Fokus ihres Vortrags standen Gamification Ads – interaktive Werbeformate, die Nutzer:innen aktiv einbinden und so echte Markenerlebnisse schaffen.

Von statischen Bannern zu interaktiven Formaten

Ein Blick in die Vergangenheit verdeutlicht, wie sich digitale Werbemittel entwickelt haben: Seit den ersten Bannern Anfang der 1990er-Jahre hat sich zwar die Gestaltung stark verändert – von statischen Anzeigen hin zu animierten Formaten mit ersten Storytelling-Ansätzen. Doch eines ist gleich geblieben: die Herausforderung, Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Bereits früh wurden Nutzer:innen stärker eingebunden, etwa durch Fragen oder kleine Interaktionen. Trotzdem zeigte sich schon damals ein zentrales Problem: Bannerblindheit. Inhalte wurden kaum wahrgenommen oder verarbeitet.

Aufmerksamkeit bleibt die größte Herausforderung

Auch heute hat sich das grundlegende Problem der Aufmerksamkeit nicht wesentlich verändert. Die Aufmerksamkeitsspanne in digitalen Kanälen ist extrem gering und liegt aktuell bei nur etwa zwei bis zweieinhalb Sekunden. Gleichzeitig wird Werbung zunehmend kritisch wahrgenommen: Ein großer Teil der Menschen empfindet sie als weniger interessant, viele stören sich insbesondere an aufdringlichen Formaten wie Pop-ups, und ein erheblicher Anteil nimmt Online-Werbung insgesamt als nervig wahr. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass klassische Werbeformate zunehmend an Akzeptanz verlieren und neue Ansätze erforderlich sind, um Nutzer:innen überhaupt noch zu erreichen.

Relevanz, Kreativität und Personalisierung als Erfolgsfaktoren

Um aus der Masse herauszustechen, braucht es ein Umdenken. Werbung muss heute vor allem relevant für die jeweilige Zielgruppe sein und sich an deren Bedürfnissen und Interessen orientieren. Gleichzeitig spielt Kreativität eine entscheidende Rolle, um sich visuell und inhaltlich von anderen Inhalten abzuheben. Ergänzt wird dies durch gezieltes Storytelling, das Inhalte emotional auflädt und besser erinnerbar macht. Darüber hinaus gewinnt eine personalisierte Ansprache zunehmend an Bedeutung, da sie Nutzer:innen individueller erreicht und stärker einbindet.

Gamification Ads: Nutzer:innen in den Mittelpunkt stellen

Ein zentraler Ansatz sind sogenannte Gamification Ads. Sie setzen bewusst nicht die Marke, sondern die Nutzer:innen in den Fokus. Ziel ist es, Menschen aktiv einzubinden und ihnen ein Erlebnis zu bieten, statt sie passiv mit Botschaften zu konfrontieren.

Gerade angesichts der kurzen Aufmerksamkeitsspanne ist es entscheidend, Nutzer:innen sofort abzuholen. Interaktive Elemente sorgen dafür, dass sie sich intensiver mit der Marke beschäftigen – und dadurch eine stärkere Bindung entsteht.

Die Grundlagen für erfolgreiche interaktive Werbung

Damit Gamification Ads ihr volles Potenzial entfalten können, ist eine fundierte Vorbereitung essenziell. Zunächst gilt es, bestehende Werbemittelvorgaben genau zu verstehen und mögliche kreative Spielräume zu identifizieren. Gleichzeitig sollten technische Möglichkeiten – etwa durch den Einsatz von HTML5 oder CSS – gezielt mit kreativen Ideen verknüpft werden, um innovative Formate zu entwickeln. Ebenso wichtig ist ein tiefes Verständnis der Zielgruppe: Welche Interessen, Bedürfnisse und aktuellen Themen bewegen sie? Ergänzend sollten aktuelle Designtrends sowie Aktivitäten des Wettbewerbs analysiert werden, um sich gezielt differenzieren zu können. Ein weiterer zentraler Aspekt ist die mentale Verfügbarkeit – also die Frage, in welchen Momenten und Kontexten die Zielgruppe besonders empfänglich für bestimmte Botschaften ist.

Praxisbeispiel: 3D DOOH für Flensburger

Wie sich diese Prinzipien konkret umsetzen lassen, zeigt ein Case für Flensburger Küstenlimo. Am Hamburger Hauptbahnhof wurde ein 3D Digital Out of Home-Format umgesetzt, das mit Tiefenillusion arbeitet und Inhalte scheinbar in den realen Raum erweitert.

Gerade in einem hektischen Umfeld wie einem Bahnhof, in dem Menschen wenig Zeit und Aufmerksamkeit haben, ist es entscheidend, visuell herauszustechen. Durch die auffällige Gestaltung gelang es, Aufmerksamkeit zu erzeugen und gleichzeitig eine positive Markenwahrnehmung zu schaffen.

Plattformgerechtes Denken als Schlüssel

Ein wichtiger Aspekt ist dabei das plattformgerechte Denken. Konzepte müssen individuell auf den jeweiligen Kanal zugeschnitten sein. Was im Digital Out of Home funktioniert, lässt sich nicht eins zu eins auf andere digitale Kanäle übertragen.

Erfolgreiche Marken entwickeln daher spezifische Kreationskonzepte für unterschiedliche Touchpoints und schaffen so ein konsistentes, aber gleichzeitig kanaloptimiertes Markenerlebnis.

Fazit: Mehr Erlebnis statt Unterbrechung

Der Vortrag zeigt deutlich: Die Zukunft digitaler Werbung liegt in interaktiven, nutzerzentrierten Formaten. Statt Unterbrechung braucht es Beteiligung, statt reiner Botschaften echte Erlebnisse.

Gamification Ads bieten hier großes Potenzial. Sie ermöglichen es, Marken erlebbar zu machen, Aufmerksamkeit nachhaltig zu sichern und eine stärkere emotionale Bindung aufzubauen – und so der eigenen Brand tatsächlich „ein Level up“ zu geben.