Beitrag vom: 27. Februar 2018

Interview zur Relevanz von Streaming-Portalen in den Mediaplänen

JOM Geschäftsführer Henning Ehlert wurde von der Internet World Business zum Thema Relevanz von Werbung auf Streaming-Diensten in den Mediaplänen interviewt.

Mit welchen Zielgruppen hat das klassische TV derzeit so seine Probleme?
Das klassische lineare Fernsehen hat vor allem in der jüngeren Zielgruppe seine Probleme – ganz konkret bei den Kindern ab drei Jahren und den Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen. In diesen Segmenten hat die durchschnittliche Tages-Sehdauer bis zu 23% in den letzten fünf Jahren verloren. Zeitgleich haben Online-Videoanwendungen wie Mediatheken oder Streaming-Dienste wie Netflix und Amazone Prime Video an hoher Beliebtheit gewonnen. An dieser Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren wohl auch nichts ändern.

Wo können diese Zielgruppen denn noch erreicht werden?
Das ist sehr differenziert zu betrachten. Jugendliche sind sicherlich verstärkt über die Social Media-Kanäle zu erreichen. Während Jugendliche eher über Instagram und Snapchat zu erreichen sind, spielt im heranwachsenden Alter Facebook sicherlich noch eine relevante Rolle. Als gemeinsamer Nenner in diesem Alterssegment kann sicherlich YouTube genannt werden, aber auch die bekannten Streamingdienste, die, allen voran Amazon, vermehrt Werbemöglichkeiten zur Verfügung stellen.

Wäre Werbung im Umfeld der beliebten TV-Streamingangebote eine Option? (z.B. Netflix etc.)
Das ist nicht nur eine Option – das wird in naher Zukunft eine wesentliche Säule in den Mediaplänen sein. Bereits heute bietet Amazon vielfältige Möglichkeiten an, über Fire TV Werbemaßnahmen zielgerichtet in einem hochrelevanten Umfeld aussteuern zu können. Der Vorteil: die direkte Verbindung mit dem eCommerce. Der Kunde kann über eine Werbemaßnahme direkt über den Fire TV auf eine Produktseite geführt werden und den Kauf tätigen. Im Vergleich zu Netflix und Co. ein großer Asset von Amazon. Die Werbemöglichkeiten werden sicherlich über kurz oder lang weiter ausgebaut werden. Nichtsdestotrotz sind wir uns sicher, dass Netflix mit seinen Werbeangeboten nicht lange auf sich warten lässt.

Sollten die Möglichkeiten aus Ihrer Sicht dort ausgebaut werden?
Ganz klar – ja sollten sie, denn gerade die jüngeren Zielgruppen sind vermehrt auf diesen Umfeldern zu erreichen. Natürlich müssen die Anbieter die Balance bewahren, um den Konsumenten „nicht mit Werbung zu nerven“. Denn sicherlich ist es ein Vorteil von Amazon Prime Video und Co, dass die Angebote bislang weitestgehend werbefrei konsumiert werden konnten. Aber an den Beispielen von Pay TV-Sendern wie Sky sieht man, dass es mit einem attraktiven Content gelingen kann.
Gerade bei Amazon mit den Daten aus der eCommerce-Plattform ist der Reiz sehr groß, Werbemaßnahmen zielgruppengerecht auszusteuern.

Haben Sie für Kunden dort im Umfeld bereits gebucht?
Mit dem Spielwarenhersteller Zapf Creation (Baby Born, Baby Annabell) haben wir zu Weihnachten 2017 die ersten Kampagnen auf Amazon Fire TV umgesetzt. Dabei haben wir direkt auf die Produktseiten verlinkt, so dass ein Kauf mit einem Klick über Amazon möglich war. Neben den Brandingeffekten haben wir tatsächlich bei diesen Maßnahmen sehr gute Conversion Rates im zweistelligen Bereich umgesetzt. Von daher sind unsere ersten Erfahrungen mit Werbemaßnahmen in diesen Umfeldern sehr positiv.

Das Interview für die Internet World Business führte Helmut van Rinsum.